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Erdung – Zurückfinden in die innere Balance

IIn unserer schnelllebigen Welt prasseln unaufhörlich Informationen, Nachrichten und Eindrücke auf uns ein. Wir sind ständig „on“, immer erreichbar und oft auch über Dinge bestens informiert, die uns im Grunde gar nichts bringen.

Ich merke es besonders dann, wenn mein Handy mich wieder einmal in seinen Bann zieht und ich mich dabei ertappe, wie ich gedankenlos durch Reels scrolle, ohne zu bemerken, wie viel kostbare Lebenszeit dabei verrinnt.


Vielleicht kennst du das auch: Wenn der Kopf voll ist, Termine sich häufen und der Alltag uns überrennt, suchen wir oft unbewusst nach einer schnellen Belohnung, nach einem kleinen Dopamin-Kick. Doch anstatt uns wirklich zu nähren, bringt uns dieses Verhalten meist noch weiter weg von uns selbst. Wir fühlen uns unruhig, unzufrieden und erschöpft, manchmal sogar wie „abgeschnitten“, vom eigenen Körper und vom Hier und Jetzt.


Wenn mir alles zu viel wird, ist Erdung mein Schlüssel zurück in die Balance. Vielleicht verbindest du damit sofort Esoterik, spirituelle Bilder oder denkst an Menschen, die im Wald Bäume umarmen, was übrigens tatsächlich eine wunderbare Praxis sein kann! ;-)

Doch Erdung ist viel mehr als das, und zugleich viel einfacher: es ist ein klares, kraftvolles Werkzeug, um wieder bei sich selbst anzukommen.




Erdung ist wie eine Rückkehr zu unserem inneren Zuhause. Sie ist eine sanfte Erinnerung daran, wie wohltuend es ist, Halt zu spüren. Nicht nur im Außen, sondern auch tief in uns selbst.

Erdung bedeutet, mit beiden Beinen im Leben zu stehen, wieder Kontakt mit dem eigenen Körper aufzunehmen und sich mit der Erde verbunden zu fühlen. Es ist die Fähigkeit, auch in herausfordernden Zeiten Ruhe und Stabilität in sich zu finden.


Diese Bodenhaftung ist also gerade in unserer heutigen Welt, in der wir von Eindrücken überschüttet werden und alles ständig im Wandel ist, extrem wichtig aber auch sehr leicht zu verlieren. 


Woran du fehlende Erdung erkennst:

Das Gefühl von mangelnder Erdung zeigt sich bei jedem Menschen etwas anders. Dennoch gibt es einige typische Signale, die darauf hinweisen können, dass du gerade mehr Stabilität und Erdverbundenheit brauchst:


  • Du bist oft unkonzentriert oder abwesend.

  • Eine innere oder äußere Rastlosigkeit begleitet dich.

  • Grübeln und Gedankenkarusselle nehmen Überhand.

  • Schon Kleinigkeiten bringen dich aus der Fassung.

  • Entscheidungen fallen dir schwer.

  • Stress und Überforderung bestimmen deinen Alltag.

  • Du verlierst dich leicht in Tagträumen.

     


Zusammengefasst: Wenn dir Erdung fehlt, fühlst du dich nicht in deiner Mitte, sondern aus dem Gleichgewicht, instabil, vielleicht sogar entwurzelt.


Warum Erdung so wichtig ist:

Viele von uns kennen das Gefühl, „den Boden unter den Füßen zu verlieren“. Stress, Sorgen oder innere Unruhe lassen uns gedanklich in die Zukunft oder Vergangenheit wandern. Erdung holt uns ins Hier und Jetzt zurück.


Die Vorteile sind vielfältig:

  • Mehr innere Ruhe und Gelassenheit

  • Klarheit in Gedanken und Entscheidungen

  • Besserer Schlaf und erholteres Nervensystem

  • Stärkung von Selbstvertrauen und Stabilität

  • Mehr Lebendigkeit und Verbindung zum eigenen Körper


Vielleicht hast du dich in einigen der beschriebenen Punkte wiedererkannt, und das ist völlig normal. Jeder von uns kennt Phasen, in denen wir uns unruhig, zerstreut oder aus dem Gleichgewicht fühlen. Die gute Nachricht ist: Es gibt einfache und wohltuende Wege, um wieder Stabilität zu finden und bei sich selbst anzukommen.

Im Laufe der Zeit habe ich für mich Methoden entdeckt, die mir dabei helfen, wieder Halt zu spüren und in meine innere Balance zurückzufinden. Diese Impulse möchte ich heute gerne mit dir teilen, vielleicht findest du darin Inspiration für deinen eigenen Weg zur Erdung und zu mehr Wohlbefinden.


Erdung durch Yoga

Yoga ist ein wunderbarer Weg, um Erdung ganz bewusst zu erfahren, sowohl körperlich als auch mental. Jede Haltung schenkt uns die Möglichkeit, unseren Körper neu wahrzunehmen, den Atem zu vertiefen und innere Ruhe zu finden.

 

 



Besonders stehende Asanas wie die Berghaltung (Tadasana), der Krieger (Virabhadrasana) oder der Baum (Vrksasana) fördern Stabilität und Standfestigkeit. Sie stärken unser Wurzelchakra, das energetische Zentrum für Vertrauen, Sicherheit und Urkraft. Indem wir die Füße fest mit dem Boden verbinden und das Gewicht gleichmäßig verteilen, entsteht ein Gefühl von Verwurzelung, als würden wir wie ein Baum fest im Leben stehen.


Doch Erdung zeigt sich nicht nur in kraftvollen Standhaltungen. Auch ruhige, nach innen gerichtete Positionen wie die Kindhaltung (Balasana) oder sanfte Vorbeugen laden dazu ein, loszulassen und in die Stille einzutauchen. Diese Haltungen wirken wie eine kleine Rückkehr zu dir selbst: der Atem beruhigt sich, die Gedanken werden klarer, und der Körper darf sich sicher und geborgen fühlen.

 



So verbinden dich Yogaübungen auf eine sanfte Weise wieder mit dir selbst. Sie helfen dir, deinen inneren Halt zu spüren und im gegenwärtigen Moment anzukommen. Mit jeder Praxis stärkst du nicht nur deinen Körper, sondern auch dein Vertrauen ins Leben.


Visualisierungsübung: Wurzeln wachsen lassen

Stehe aufrecht, beide Füße fest am Boden. Wenn du möchtest, kannst du die Übung auch im Sitzen machen, wichtig ist, dass deine Füße den Boden berühren. Am angenehmsten ist es barfuß oder in Socken. Stelle deine Füße etwa hüftbreit auseinander und schließe die Augen, wenn es sich für dich gut anfühlt. Spüre die Verbindung deiner Füße zum Boden und verteile dein Gewicht gleichmäßig, sodass du dich sicher und stabil fühlst. Atme ein paar Mal tief durch die Nase ein und langsam wieder aus. Mit jeder Ausatmung sinkst du innerlich etwas tiefer in den Boden hinein, als würdest du dich vertrauensvoll von der Erde tragen lassen.


Nun beginne dir vorzustellen, wie aus deinen Fußsohlen feine Wurzeln wachsen. Erst zart und dünn, dann immer kräftiger und weit verzweigter. Diese Wurzeln dringen tief in die Erde, verankern dich dort fest und schenken dir Halt. Mit jeder Einatmung nimmst du nährende Energie und Ruhe aus der Erde in dich auf, mit jeder Ausatmung gibst du Anspannung, Unruhe und Schwere nach unten ab; die Erde trägt und verwandelt sie für dich.

Bleibe einige Atemzüge in dieser Vorstellung und erlaube dir, das Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit ganz bewusst wahrzunehmen. Vielleicht magst du innerlich den Gedanken wiederholen: „Ich bin getragen. Ich bin verbunden. Ich bin sicher.“


Wenn du bereit bist, löse dich sanft von der Vorstellung, nimm deine Füße wieder bewusst wahr, bewege deine Zehen und öffne langsam die Augen. Spüre nach und genieße die Ruhe und Stabilität, die in dir entstanden ist.

 



Diese Übung kannst du jederzeit und an jedem Ort praktizieren. Besonders in Stresssituationen hilft sie mir persönlich, wieder ganz bei mir anzukommen und mein Nervensystem zu beruhigen.

Du kannst die Visualisierung auch wunderbar mit stehenden Yogaübungen verbinden, z.B. in der Berghaltung oder im Baum. So vertiefst du das Gefühl von Stabilität und Erdung noch mehr.


Atemübungen für Erdung

Unser Atem ist ein wunderbares Werkzeug, um Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. Er ist immer da, trägt uns durch jeden Moment und verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Besonders in Zeiten innerer Unruhe kann er uns helfen, wieder zur Ruhe zu finden und uns zu erden.

Eine sehr einfache und zugleich wirkungsvolle Technik ist die verlängerte Ausatmung. Suche dir dafür einen ruhigen Platz und setze dich bequem hin. Spüre für einen Moment, wie dein Körper den Boden berührt, und richte dich in einer aufrechten, aber entspannten Haltung ein.

Nun beginne, bewusst durch die Nase tief einzuatmen. Fülle deine Lungen, ohne dabei zu übertreiben und nur so viel, wie es sich angenehm anfühlt. Danach atme langsam und gleichmäßig wieder aus, und zwar etwa doppelt so lang, wie du eingeatmet hast. Wenn du zum Beispiel 4 Sekunden einatmest, lasse dir für die Ausatmung etwa 8 Sekunden Zeit.

Wiederhole diese Atemfolge für fünf bis zehn Runden. Spüre dabei, wie sich mit jeder Ausatmung dein Körper mehr entspannt, deine Gedanken ruhiger werden und dein Herzschlag sanfter schlägt.

Diese Atemtechnik aktiviert den Parasympathikus, jenen Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung, Regeneration und innere Balance zuständig ist. Schon wenige Minuten reichen aus, um spürbar gelassener und stabiler im Moment anzukommen.


Zeit in der Natur verbringen

Wenn du das Gefühl hast, innerlich den Halt zu verlieren, ist die Natur oft der beste Ort, um wieder zur Ruhe zu kommen. Schon ein Spaziergang im Wald, das Rauschen der Blätter im Wind oder der Blick auf den weiten Himmel können wie Balsam für Körper und Geist wirken. Nicht umsonst wird der Wald oft als „Krankenhaus der Seele“ bezeichnet: Bäume schütten Botenstoffe – sogenannte Terpene – aus, die wir über die Atmung aufnehmen. Sie können unser Immunsystem stärken, Stress reduzieren und unser Wohlbefinden steigern.

 



Die Natur schenkt uns das Gefühl von Weite, Klarheit und Ankommen, ganz ohne, dass wir etwas dafür tun müssen. Besonders intensiv wird diese Erfahrung, wenn du dir erlaubst, die Erde wirklich zu spüren: Zieh deine Schuhe und Socken aus und gehe ein paar Schritte barfuß. Das Gefühl von Gras, Erde oder Sand unter den Füßen wirkt unglaublich befreiend und verbindet dich unmittelbar mit dem Moment.


Erdung durch Gartenarbeit

Gartenarbeit ist eine der einfachsten und zugleich tiefsten Formen, sich mit der Erde zu verbinden. Beim Umgraben, Pflanzen oder barfuß über die Wiese gehen, spüren wir die unmittelbare Nähe zur Natur. Jede Berührung mit der Erde erinnert uns daran, dass wir Teil eines größeren Kreislaufs sind. Das rhythmische Tun, das Atmen im Einklang mit der Bewegung und das Beobachten, wie aus einem kleinen Samen Leben entsteht, schenkt uns Ruhe und Vertrauen. So wird Gartenarbeit zu einer heilsamen Praxis, die nicht nur den Boden nährt, sondern auch unsere eigene innere Stabilität stärkt.

 



Erdung durch ätherische Öle

Auch Düfte können uns dabei unterstützen, wieder in Balance zu kommen und Erdung zu spüren. Ätherische Öle wirken direkt auf unser limbisches System – den Teil des Gehirns, der Emotionen, Erinnerungen und Entspannung steuert. Ein einziger Atemzug kann genügen, um innere Ruhe und Geborgenheit zu fördern.


Besonders holzige, warme und erdige Düfte eignen sich, um das Gefühl von Stabilität und Verwurzelung zu stärken. Dazu gehören unter anderem:

  • Zedernholz – vermittelt Sicherheit, innere Stärke und ein Gefühl von Festigkeit

  • Sandelholz – beruhigt den Geist und vertieft die Meditation

  • Patchouli – wirkt ausgleichend und verbindet dich mit deinem Körper

  • Vetiver – bekannt als das „Öl der Ruhe“, stark erdend und entspannend


Du kannst die Öle auf verschiedene Weisen nutzen:

  • ein paar Tropfen in einen Diffuser geben und den Raum mit wohltuendem Duft erfüllen

  • einen Tropfen auf die Handflächen verreiben, tief einatmen und die Wirkung sofort spüren

  • in ein Massageöl mischen und sanft auf die Fußsohlen einmassieren – besonders kraftvoll, um das Gefühl von Verwurzelung zu intensivieren

So wird jedes Öl zu einem kleinen Erdungsritual, das dich unterstützt, innerlich zur Ruhe zu kommen und dich mit dir selbst zu verbinden.



Mein persönliches Lieblingsöl für Erdung ist die Mischung Balance® von doTERRA. Ich verwende sie morgens gerne verdünnt mit einem Trägeröl auf den Fußsohlen. Dieses kleine Ritual hilft mir, klar, zentriert und geerdet in den Tag zu starten, als würde ich bereits beim ersten Schritt in den Morgen Halt und Stabilität spüren. (Wenn du mehr Infos erhalten oder dieses Öl bestellen möchtest, kontaktiere mich gerne.)


Erdende Lebensmittel genießen

Auch über unsere Ernährung können wir uns auf ganz einfache Weise erden. Denn alles, was wir zu uns nehmen, hat nicht nur Einfluss auf unseren Körper, sondern auch auf unsere Stimmung, unsere Energie und unser inneres Gleichgewicht. Gerade dann, wenn das Leben hektisch und unruhig ist, tut es gut, warme, nährende Mahlzeiten zu essen, die uns von innen heraus stärken. Besonders geeignet sind Lebensmittel, die in der Erde wachsen: Kartoffeln, Karotten, Rote Bete oder Pastinaken. Sie schenken uns nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern auch ein Gefühl von Stabilität und Geborgenheit.

Mit wärmenden Gewürzen wie Ingwer, Zimt oder Kurkuma kannst du zusätzlich dein Verdauungsfeuer anregen und gleichzeitig dein Wohlbefinden steigern.

 




Erdung bedeutet, sanft zu dir selbst zurückzufinden, ohne Druck oder „Müssen“. Es sind oft die kleinen, bewussten Momente, die den größten Unterschied machen: ein tiefer Atemzug, ein Spaziergang in der Natur, eine kurze Yoga- oder Atemübung oder ein Ritual mit ätherischen Ölen. Solche Momente helfen dir, wieder in deine Mitte zu kommen und dich mit deinem Körper und dem Hier und Jetzt zu verbinden.


Gerade in der Übergangszeit vom Sommer zum Herbst ist Erdung besonders wertvoll. Sie schenkt Stabilität, innere Ruhe und neue Kraft. Wenn du dir regelmäßig kleine Pausen gönnst, bewusst atmest, dich bewegst oder die Natur wahrnimmst, stärkst du dein inneres Gleichgewicht und kannst gelassener und klarer durch den Alltag gehen.


Erdung ist kein Ziel, das man erreichen muss, sie ist ein sanfter Weg, immer wieder zu dir selbst zurückzufinden und mit beiden Füßen fest im Leben zu stehen.


Alles Liebe,

Petra

 

 
 
 

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